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Das Notizbuch des Mr.Pim

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Der komplette Film „Das Notizbuch des Mr. Pim„, der extra für die Nationalratswahlen 1930 gemacht worden ist, wurde online gestellt!

Notizbuch des Mr.Pim / Teil 1

Notizbuch des Mr.Pim / Teil 2

Notizbuch des Mr.Pim / Teil 3

Notizbuch des Mr.Pim / Teil 4

Notizbuch des Mr.Pim / Teil 5

Notizbuch des Mr.Pim / Teil 6

Notizbuch des Mr.Pim / Teil 7

Alle Teile (1-7) auf einmal

Zur Youtube Playliste „Notizbuch des Mr.Pim“

Filmkritik│http://www.stummfilm.at

Mr. Pim´s Trip to Europe

Die Sozialdemokraten gewinnen am 9. November 1930, in der letzten freien Nationalratswahl der Ersten Republik, ein Mandat, profitieren von der Aufsplitterung des Bürgerblocks in drei Gruppierungen und werden erstmals seit 1919 wieder zur stärksten Partei im Parlament. Die Nationalsozialisten versechsfachen ihre Stimmen auf knapp 112.000, erhalten aber mit drei Prozent kein Grundmandat und sind weiterhin im Parlament nicht vertreten.

Der Herausgeber des Springfield „News Chronicle“ will sich selbst ein Bild machen. Er kündigt in einem Artikel Originalberichte aus einer Stadt an, die dem Untergang geweiht ist. Elias Pim reist nach Wien. Ein Umerziehungsprozess beginnt, der mit einem Telegramm an seine Zeitung endet, das die Arbeit der roten Stadtverwaltung in ihrem Kampf wider die Unkultur vorbehaltlos lobt.

Als sozialdemokratischer Werbefilm in 32 Schmalfilmkopien (16 mm) in den Dienst des Wahlkampfes gestellt, treffen in MR. PIM zwei Besonderheiten aufeinander. Eine filmhistorische: MR. PIM stellt den ausgeprägtesten Versuch dar, in Österreich einen eigenen sozialistischen (Spiel-)Film herzustellen. Das zweite hervorstechende Merkmal liegt in der Geräumigkeit der Dramaturgie: Alt und Neu werden gegeneinander abgewogen. Beide Zeitalter übersetzt MR. PIM entlang einzelner Argumentationsketten in Bilder. Elend, Verwahrlosung, Selbstenteignung werden plastisch, binnen kleiner Parabeln, vorgeführt. Die Aufhebung der Missstände im Roten Wien beeindruckt, das Bewusstsein über deren Existenz muss aber Motor für weitere soziale Anstrengungen bleiben. Der Film zieht Bilanz über ein gutes Jahrzehnt sozialistischen Politik- und Kulturverständnisses. In seinen Bildern nimmt er ein Spektrum an gesellschaftlichen Strömungen und Sozialtypologien auf, die auch andere Filme (der Zeit) infiziert haben.

Mehr vom Text auf http://www.stummfilm.at

Written by austromarxismus

Dezember 13, 2009 at 10:22 am

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